Chronik

Vorwort zum Entstehen des Kreisverbandes Berlin und Umgebung e.V.

von Werner Steinau

Sehr zu ihrem Bedauern mussten die drei Kreisverbände Berlin Süd, KV Westen und KV Ost feststellen, dass aufgrund des veränderten Freizeitverhaltens in unserer Gesellschaft das Interesse an der Kaninchenzucht beträchtlich abgenommen hat. Mitgliederschwund und Nachwuchsmangel – diese Themen beschäftigen Vereine in allen Landesverbänden des ZDRK.
Im KV Berlin Süd wurden jährlich zwei Ausstellungen durchgeführt. Eine Jungtierschau im August mit zuletzt ca. 200 Tieren und eine Alttierschau im November mit zuletzt ca. 250 Tieren. Während die Mitgliederzahlen in den vergangenen Jahren um mehr als 30 % zurückgingen – Ende 2011 waren es noch 206 Mitglieder – reduzierten sich die ausgestellten Tiere um ca. 35 %, was sicher auch dem gestiegenen Alter der Züchter geschuldet ist. Der KV Westen hatte in den zurückliegenden Jahren einen Mitgliedeschwund von ca. 40 % zu verkraften. Ende 2011 zählte er nur noch 82 Aktive. Er konnte seine Tierzahlen auf den Ausstellungen durch Fremdaussteller, allgemeine Schau, bzw. angeschlossene Clubschauen jedoch auf rund 300 Kaninchen steigern. Im KV Ost war die Situation ähnlich. Die Abnahme der Tierzahlen auf den Schauen und der Rückgang der Mitglieder zeigte eine ähnliche Entwicklung wie in den beiden anderen Kreisverbänden.
Trotz massiver Anstrengungen, etwa durch von den Vereinen betreute Arbeitsgemeinschaften an Schulen, sind nur wenige Jugendliche dazu zu bewegen, in einem Verein intensiv Kaninchenzucht zu betreiben. Bei den Jahreshauptversammlungen war das Thema „Mangel an Züchternachwuchs“ ein Dauerbrenner. Erfolg versprechende Lösungsvorschläge blieben jedoch aus. Um das Vereins- und Ausstellungswesen trotz der problematischen Altersstruktur der Züchter erhalten zu können, reifte bei den Kreisvorständen und vielen erfahrenen Züchtern, denen das Wohl der Kaninchenzucht am Herzen liegt, ein Entschluss: Die noch vorhandenen Kräfte mussten gebündelt – also vereinigt – werden.

Zwischen den Ausstellungsreihen der Kreis- und Landesschauen, wo die Züchter der Verbände traditionell jährlich zum Erfahrungsaustausch zusammentrafen, geisterte das Wort Fusion zunächst nur als Gerücht umher. Die Hürden, die es für einen Zusammenschluss zu nehmen galt, erschienen zunächst viel zu hoch – ein früher unternommener Versuch war bereits im Ansatz gescheitert. Doch erstaunlicherweise weckte das Interesse am gemeinsamen Hobby zusätzliche Kräfte und vor allem Einsicht bei den Züchtern. Selbst vermeintlich problematische Themen, wie die Zusammenführung der Käfiglager, Vergabe der Ausstellungstermine sowie der unterschiedliche Kassenbestand wurden schließlich mit Bravour gemeistert. Auch die personelle Besetzung des neuen Vorstands bereitete keine Probleme, da paritätisch vorgegangen wurde. Arbeitsgruppen unter Beteiligung aller Vereine leisteten eine solide Vorarbeit. Sie erstellten auch die für den Eintrag in das Vereinsregister notwendige Satzung, sodass nach weniger als 18 Monaten – am 8. Januar 2012 – in Mahlow, eine reibungslose Fusionsversammlung stattfinden konnte.

Vorstand Mitglieder der drei ehemaligen Berliner Kreisverbände bildeten nach der Fusion 2012 in paritätischer Besetzung den neuen Vorstand eines gemeinsamen Kreisverband

v.l.n.r.  1.Kassierer Detlef Sluka ,   1.Schriftführer Editha Gomoll , Öffentlichkeitsarbeit Werner Steinau , 2.Vorsitzende Karin Thürk , 2. Vorsitzender Manfred Knappe , Öffentlichkeitsarbeit  Axel KLinke , 2. Kassiererin Ilse Fauser , 2. Schriftführer Rudolf Raddatz , 1.Vorsitzender Manfred Fauser , 1.Zuchtwart J.U.Probst , Obfrau Jug.Marlies Faust ,  Obfrau HUK Sabine Nimmrich  2.Zuchtwart Martin Guhl

Die ersten Früchte des neuen großen Kreisverbandes Berlin und Umgebung wurden bereits August 2012 geerntet.

Jahreshauptversammlung des KV Berlin und Umgebung
Am 14. März 2015 endete die erste dreijährige Wahlperiode des neu fusionierten Kreisverbandes.

Der aus Alters- und gesundheitlichen Gründen scheidende 1. Vorsitzende Manfred Fauser konnte insgesamt ein sehr positives Resümee ziehen. Es wurden drei Kreis-Jungtierausstellungen mit  respektablen Meldezahlen von über 500 Tieren   ausgerichtet, wobei die Veranstaltungsorte wechselten. Wie beschlossen, fanden sie turnusmäßig jeweils in den früheren Kreisverbänden statt. Auch auf den drei Landesschauen waren unsere Mitglieder zahlreich vertreten  und konnten diverse Landesmeisterschaften und Spitzenplatzierungen erreichen. Dass es bei einem Zusammenschluss von 26 Vereinen auch manchmal ein wenig Sand im Getriebe gibt, liegt in der Natur der Sache. Wir werden daran arbeiten und versuchen, das Vereinsleben in unserem Kreisverband weiter zu optimieren.Der neu gewählte bzw. bestätigte Vorstand mit Reinhard Jacobi (langjähriger bewährter Preisrichter und Züchter) an der Spitze hat das Vertrauen der Delegierten mit überwältigender Mehrheit erhalten. Er wird mit großem Engagement dafür sorgen, dass die Züchter des Kreisverbandes sich auch künftig bemühen werden, ihre Erfolge auf Vereins-, Landes- und Bundesebene fortzusetzen.

138                                      Der neue Vorstand von links nach rechts.
2 .Vorsitzender Stefan Gumz, Obmann für ÖKA  Werner Steinau, 2.Zuchtwart und Obmann Jugend Martin Guhl , Obfrau HUK Sabine Nimrich , 2.Kassiererin Ilse Fauser, 1.Kassierer Detlef Sluka, 1.Schriftführerin  Editha Gomoll , ohne Bild , 2.Schriftführer Rudolf Raddatz, 1.Zuchtwart Axel Linke , 1. Vorsitzender Reinhard Jacobi